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Danke, Karel Tschacher


 

Mathe?
Das erste was vielen einfällt, ist: schlechte Noten, „nichts wie weg hier“.
Mathe verstehbar oder gar spannend zu machen – das ist eine Kunst, die nur wenigen gelingt.
Karel Tschacher konnte es.

Zwei Mathe-Lernwerkstätten hat er für das Schulmuseum entwickelt: „Matheland“ für die jüngeren Kinder und „Mathelier“ für die Sekundarstufe. Diese beiden, fachlich wie didaktisch bundesweit einmaligen Lernwerkstätten begeistern seit Jahren Schulen und Schüler*innen in der gesamten Region.

Natürlich verdankt sich der Erfolg auch einer Team-Leistung und der Inspiration und großzügigen Fördung durch die HERMANN GUTMANN STIFTUNG und das FAU-Department Mathematik. Doch die entscheidende Basis war Karel Tschachers enormes Fachwissen, sein didaktisches Genie und sein Engagement für die Umsetzung bis ins Detail. Unvergessen sind die intensiven und kreativen Arbeitsrunden mit ihm, Sabine Teibach und einer Gruppe von Lehrkräften aller Schularten, über Wochen, Monate, Jahre, bis die jeweils 20 bis 30 Lernstationen schließlich frisch gebaut und einsatzbereit vor uns lagen – die meisten auf der Basis seiner Ideen entwickelt. Und immer ließ er uns an seinem reichen Erfahrungsschatz als ehemaliger Mathe-Fachdidaktiker der Universität teilhaben, oder an seinen vielen Aktivitäten im bayern- und bundesweiten Mathe-Didaktik-Netzwerk.

Doch es waren nicht nur die Mathe-Lernwerkstätten. Auch für den Förderverein des Schulmuseums war er als Schatzmeister und Geschäftsführer über Jahrzehnte hinweg eine tragende „Säule“.

Der überraschende Tod Karel Tschachers am 5. Oktober 2020 trifft uns sehr.
Er war für uns ein echtes Geschenk,
als Mathematiker, als Didaktiker und auch als Mensch.

Foto: Department Mathematik der FAU, 2008

Gedanken unserer studentischen Mathe-Führungskräfte

Karel Tschacher war ein über allen Maßen engagierter und ambitionierter Visionär.
Wir haben seine Ziele unterstützt: Die Mathematik allen, also auch MathehasserInnen, näher zu bringen und vor allem die Freude daran. Bei der Betreuung der beiden Lernwerkstätten „Matheland“ und „Mathelier“ fiel uns immer wieder auf, wie wichtig ihm das war, und wie viel Herzblut er in „seine“ Lernstationen einfließen ließ. Bei Auf- und Abbauarbeiten oder auch bei den Team-Weihnachtsfeiern konnten ihn einige von uns auch privat kennenlernen. Neben seinem Engagement für die Sache war er ein reflektierter Gesprächspartner. Wenn ein Aphorismus auf unseren geschätzten Mathewelten-Erfinder zutrifft ist es der: „Harte Schale, weicher Kern“. Je länger und besser wir ihn kannten, desto mehr ist er uns ans Herz gewachsen.

Unser Mitgefühl gilt seiner Frau sowie seinen Angehörigen und Freunden! Wir hoffen, dass er dort, wo er jetzt ist, ein Leben mit unendlich vielen Nachkommastellen führen darf. Seine beiden Werke „Matheland“ und „Mathelier“ werden auf jeden Fall durch uns alle am Leben erhalten und damit auch ein Teil von Karel Tschacher.

Uta-Maria Siegmann und Katharina Feurer,
im Namen der Mathe-Führungskräfte des Schulmuseums

Gedanken Dieter Rossmeissls
– früherer Vorsitzender des Schulmuseum-Fördervereins –
bei der Beerdigung