Schulmuseum Dauerausstellung

Wieso trägt dieser Junge da, im 17. Jahrhundert, so einen riesigen Schulranzen? Gab es vor 200 Jahren schon Spickzettel? Mit welchen Tricks bewältigten Schüler im Mittelalter selbst schwierigste Rechenaufgaben – ohne Taschenrechner? Dachten die Lehrer:innen vor 100 Jahren wirklich, dass Stockhiebe auf die Finger gut fürs Lernen sind? Sind eigentlich immer schon alle Kinder zur Schule gegangen?
Welchen Einfluss hat Schule auf unser aller Leben oder auch auf Politik und Wirtschaft?

Solche Fragen stehen im Mittelpunkt der rund 350 m2 großen Dauerausstellung. Unter dem Motto „Bildung für alle“ wird die besondere Bedeutung von Schule und Bildung dargestellt – vom 16. Jahrhundert bis heute, in Bayern aber auch in Nürnberg, mit Blick auf Gesellschaft und Politik aber auch auf Menschen, die mit Hilfe ihrer Schule Erstaunliches schafften – wie etwa Sigmund Schuckert, Mitbegründer der Firma Siemens. Ein Highlight ist das originale Klassenzimmer aus dem Jahre 1900.

Beim Gang durch die rekonstruierten historischen Räume des angrenzenden Museums Industriekultur – sei es die Arbeiterwohnung oder die Maschinenfabrik – lässt sich dieser Blick auf die Lebensumstände der Schulkinder vor 100 Jahren vertiefen.

Zahlreiche Originale – vom Schulbuch aus dem Jahre 1633 über Kinderzeichnungen der NS-Zeit bis zur modernen Spickzettelsammlung – und mehrere Mitmach-Stationen spiegeln die Situation von Kindern der jeweiligen Epoche wieder. Zusätzlich können Kinder das Museum über eine Schnitzeljagd erkunden, mit Fragen, die hinter runden Tafeln an den Ausstellungswänden versteckt sind.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Nürnberger Schüler als Flakhelfer im Zweiten Weltkrieg (Dauerausstellung)

Zwischen 1943 und 1945 wurden ca. 200.000 16- bis 17jährige Schüler von Gymnasien und Oberschulen aus ganz Deutschland gegen die alliierten Bombenangriffe eingesetzt. Stationiert waren sie mit ihren Flugabwehrkanonen (Flak) am Rande der Großstädte, z.T. aber auch überall im besetzten Europa und sogar in nächster Nähe des Vernichtungslagers Auschwitz.

Flak-Einsatz und Schulunterricht, ausgelassene Stimmung und Minuten später Tod des Klassenkameraden im Bombenhagel, stolz Soldat zu sein – endlich Erwachsen! – und die Erkenntnis, dass all die Sprüche von der „herrlichen Zukunft“ und „deutscher Überlegenheit“ nichts als leere Luft gewesen waren. Ihre Erfahrungen haben diese Schülergeneration tief geprägt und bei nicht wenigen die Hinwendung zur Demokratie angestoßen.

Die Sonderausstellung des Schulmuseums Nürnberg stellt Schüler aus Nürnberg, Fürth und Erlangen in den Mittelpunkt und präsentiert bislang unveröffentlichtes Material.

Entwickelt wurde die Ausstellung durch Anna Weichmann, die 2015/2016 ihr Freiwilliges Soziales Jahr Kultur im Schulmuseum durchführte.

Lernwerkstatt Matheland (ruht wegen Corona)

Wir hoffen, das Matheland im kommenden Jahr wieder
für die Kindertagesstätten und Schulen öffnen zu können – sobald die Corona-Pandemie dies zulässt.
Wir freuen uns Euch und Sie, liebe Kinder, Lehrkräfte, Erzieher:innen und Eltern bald wieder sehen zu können!

Schauen Sie sich die Lernwerkstatt kurz an!

Gerne können Sie schon jetzt ihre Wunschtermine für diese Monate reservieren
durch eine Mail an: schulmuseum@fau.de

Die vom Schulmuseum Nürnberg entwickelte, von der HERMANN GUTMANN STIFTUNG getragene und in Kooperation mit dem Museum Industriekultur betriebene Mathe-Lernwerkstätte „Matheland“ richtet sich an Kinder im Vor- und Grundschulalter.

Die Weiterentwicklung wird in enger Zusammenarbeit mit der HERMANN GUTMANN STIFTUNG umgesetzt, die das Matheland im Rahmen ihrer Bildungspartnerschaft unterstützt.

Lernlabore zählen zu den innovativen Neuerungen in Schule und Unterricht. Sie bieten durch ihre Handlungsorientierung und Wahlfreiheit bei Lernmitteln und -Methoden besonders intensive und Kompetenzfördernde Zugänge zu Unterrichtsinhalten. Das Matheland richtet sich an Kinder von der Vorschule bis zur 2. Jahrgangsstufe der Grundschule und ermöglicht auf ca. 300 qm spielerisches und nachhaltiges Lernen im Fach Mathematik. Vermittelt werden mathematische Phänomene und Fragen, die auch unseren Alltag prägen. Die Kinder „begreifen“ durch Anfassen und praktisches Tun und Experimentieren. Alltägliche Gegenstände und Situationen sind als Spiel- und Lernstationen gestaltet und die Kinder staunen, in wie vielen Dingen des Alltags Mathematik steckt.

Im Matheland können in 25 Lernwelten jeweils wechselnde Aufgaben unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade und Kompetenzbereiche gelöst werden. Gelernt und experimentiert wird mit überdimensionalen Würfeln, Spielen und Parketten. Es gibt einen Fühltisch und einen Zahlengarten zu erkunden, eine binäre Uhr, Wikingerschiffe, ägyptische Pyramiden und vieles mehr. Die Aufgaben sind zumeist selbsterklärend mit kindgerechten Bildern versehen. Die Kinder wählen eigenständig die Aufgaben, die ihrem Können und Interesse entsprechen. An den eigens präparierten Lerntischen kann man alleine arbeiten oder auch zu zweit, die Kinder können andere Kinder beim Spielen beobachten, zusehen wie diese ihre Aufgaben lösen, und sie können dabei eigene, neue Ideen und Lösungen entwickeln. Die Lernwerkstatt lebt von Teamwork, Kommunikation und Kreativität. Pädagogische Kräfte unterstützen das Lernen der Kinder, indem sie diese in Ihrem selbstständigen Wirken bestärken.


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